Restoration Zylinderhemmung aus dem Jahr 1890 – Teil 3

Teil 1, Teil 2

Im dritten Teil des Restoration Projektes behandle ich alle Teile, die im Laufe der Jahre Rost angesetzt haben. Das Ziel ist, den Rost zu entfernen und alles nochmals auf Hochglanz zu polieren.

Ich verwende für diese Arbeit keine Maschinen, sondern führe sie alle (klassisch) von Hand durch. Zum Einsatz kommen eine Glasplatte, diverse Holzstäbchen, Polierpaste, Diamantine und Öl als Träger für das Diamantine Pulver.IMG_4667

Ich beginne mit der Behandlung des Befestigungsblättchens des Spiralrückers. Zustand vor Behandlung:IMG_4645 IMG_4646 IMG_4647

Ich gebe ein wenig Diamantine Pulver auf die Glasplatte und mische es mit einigen Tropfen Öl, damit eine Paste entsteht, die zum groben Polieren verwendet werden kann. Öl hilft weiters, Rost aufzulösen.IMG_4648 IMG_4649

Mit einem Holzstäbchen führe ich kreisende Bewegungen durch, so dass die Oberfläche entsprechend behandelt  sprich poliert wird.IMG_4650 IMG_4651

Nach einiger Zeit sieht man schon, dass die Oberfläche weitestgehend vom Rost und Kratzern befreit ist. Das Diamatine Pulver ist an und für sich etwas grob. Eine Politur im Sinne des Spiegelglanzes wird man damit nicht erzielen können.IMG_4652

Oben sieht man, wie der Rost im Laufe der Jahre das Metall zerfressen hat. Das wird man durch Poliermaßnahmen nicht retten können.
IMG_4653Weiter geht es mit der Politur. Ich trage eine Polierpaste auf die Glasplatte auf und führe die gleichen Arbeiten wie zuvor durch. Wichtig ist, dass man ohne Druck und mit kreisenden Bewegungen arbeitet.

Eine Methode, die ich anwende, um Kleinteile zu bearbeiten ist: ich klebe sie ganz einfach mit Superkleber auf einen Träger (aus Metall oder Glas), damit ich weitere Arbeiten durchführen kann. Sehr hilfreich… in diesem Zusammenhang taucht sofort die Frage auf: Wie löst man den Superkleber wieder auf: ganz einfach mit Aceton ;-)IMG_4656

Als nächstes behandle ich den Spriralrücker. Sehen wir uns die Bilder vorher an, die den Zustand gut wiedergeben.IMG_4657 IMG_4658Ich schraube das Teil am Schraubstock fest…IMG_4659

… und beginne mit der Politur. Zum Einsatz kommen wieder Diamantine Pulver, Öl und ein Holzstäbchen.IMG_4661

Grob ist nun der Rost entfernt.IMG_4662 IMG_4663

Weitere Polierschritte.IMG_4665 IMG_4666 IMG_4668Nach einiger Zeit des Polierens bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.IMG_4677 IMG_4681Ich reinige die Teile anschließend mit Ultraschall und gebe sie wieder in die Montagedose, damit ich sie später einbauen kann.

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Ähnlich wie zuvor beschrieben behandle ich die Sperrfeder des Aufzugsrades sowie das Minutenrohr. Wir erinnern uns, dass die Zeit an der Uhr mit einem Aufzugsschlüssel verstellt wird. Die Uhr besitzt keine Krone, somit erfolgt das Einstellen der Zeit und der Aufzug der Uhr über Schlüssel.IMG_4686 IMG_4690 IMG_4692IMG_4693 IMG_4695 IMG_4696IMG_4697

Im weiteren behandle ich die Zeiger. Ich habe mich entschlossen – auch wenn es einfach wäre, neue Zeiger zu kaufen – die Zeiger zu behalten und sie ein wenig aufzuarbeiten.IMG_4705 IMG_4706 IMG_4707

Dieser Teil der Arbeit ist nun abgeschlossen. Alle Teile sind vom Rost befreit, auf Hochglanz poliert, gereinigt und warten darauf, eingebaut zu werden.IMG_4711 IMG_4712 IMG_4713

Ich wollte mit oben angeführten Arbeiten einen Einblick in einige Techniken vermitteln. Auch möchte ich das Projekt etwas vorantreiben. Ich freue mich schon jetzt auf die bevorstehenden Herausforderungen :-))

Hier geht es zum 1. Teil.

Hier geht es zum 2. Teil.