Das Kaliber Bulova 13 EA entspricht dem Valjoux 23. Ich kann keine Differenz zwischen den beiden Kalibern feststellen, wobei das Valjoux 23 sowieso ein exzellentes Chronographenuhrwerk mit Schaltrad ist.

Hier ein Link auf die Marvin mit Valjoux 23.

Die Uhr ist aus 18k Gold und entsprechend mehrfach punziert, wobei sie relativ wenig gebraucht zu sein scheint. Minimale Kratzer, sonst ein Fleck auf dem Zifferblatt. Dazu später mehr. Ansonsten eigentlich nichts festzustellen, was ja erfreulich ist.
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Als erstes ziehe ich die Uhr auf und gebe sie auf der Zeitwaage, um ein ersten Eindruck zu bekommen.
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Wie erwartet sind die Werte nicht sehr gut. Die Amplitude ist zu gering und der Abfallfehler kann nicht erfasst werden. Scheint aber sehr groß zu sein.

Der goldene Gehäuseboden ist verschraubt. Eine Dichtung ist nicht vorhanden, obwohl eine erforderlich wäre :-)img_6826 img_6823

Ich entferne die Zeiger.img_6829

Bei alten Uhren sieht man oft, dass die Zifferblätter Schäden aufweisen, obwohl sie jahre- bzw. jahrzehntelang nur gelegen sind. Diese Uhr stellt auch keine Ausnahme dar, wenn man sich die Farbe des Zifferblatts bei 1 Uhr ansieht. Wie ist das möglich!?img_6832

Die Antwort ist erstaunlich simpel… Strahlen verursachen dieses Problem. Bei alten Uhren mit Leuchtzeigern wurde Leuchtmasse verwendet, die tritiumhaltig ist. Tritium ist radioaktiver Betastrahler. Bleiben die Zeiger auf einer Position stehen, so wirken die Strahlen auf dieser Stelle besonders stark. Deshalb ist der Fleck bei dieser Uhr entstanden.

Keine Panik ;-) es handelt sich um minimale Mengen, die durch das Gehäuse nicht nach außen dringen können. Darüber hinaus zerfällt Tritium nach ca. 12 Jahren :-)

Ich beginne, das Uhrwerk entsprechend auseinanderzunehmen, damit ich es in Folge reinigen kann.
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Fast durch, nur noch einige Teile :-)img_6850

Die Aufzugsfeder hat bessere Zeiten gesehen :-)… sie wird später durch eine neue ersetzt.img_6853

Alle Teile des Uhrwerks sind zerlegt und warten auf die Reinigung.img_6858

Die Teile sind im Reinigungskorb.img_6861

Das Gehäuse mit dem Boden wiegt 18,77 Gram. Das ist eine Menge Gold ;-)img_6865

Während das Uhrwerk in der Rinigungsmaschine ist, beginne ich, das Gehäuse zu reinigen. Nach der Reinigung sieht das Gehäuse sehr schön aus.

Nach der Reinigung wird die Federhausbrücke zusammengesetzt. Danach kommt eine neue Aufzugsfeder in das Federhaus hinein.img_6886 img_6887

Das Federhaus ist gereinigt, mit frischer Aufzugsfeder ausgestattet und wird so geschlossen.img_6890

Ich setze das Basis-Uhrwerk zusammen und gebe es gleich auf die Zeitwaage, um einen ersten Eindruck zu bekommen.
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Der Abfallfehler ist sehr hoch und muss korrigiert werden, da der Wert nicht akzeptabel ist.img_6894

Was ist eigentlich der Abfallfehler? Das  ist die zeitliche Differenz zwischen tick und tack. Berechnet wird dieser wie folgt: ((tick + tack) / 2) – tick. Die Differenz ergibt den Wert des Abfallfehlers in Millisekunden (ms) an.

Abfallfehler bis 0,2 gilt als sehr gut. Bis 0,5 gut. Bei Vintage-Uhren lässt man bis 2,0ms Abfallfehler als akzeptabel gelten. Alles darüber hinaus muss meiner Meinung nach korrigiert werden. Da diese Uhr über keinen Rückerzeiger – für die Korrektur des Abfalls – verfügt, muss die Spirale auf der Unruh ausgerichtet werden.

Das Prozedere dazu ist etwas aufwendig und birgt die Gefahr, dass man während der Arbeit ausrutscht und etwas beschädigt. Bei diesen Uhren sind Ersatzteile, wenn überhaupt vorhanden, extrem teuer.

 

Auf Youtube gibt es ein Video in dem das Vorgehen sehr schön erklärt wird.

(c) By Mark Lovick, Quelle Youtube.

Der Abfallfehler wurde entsprechend reduziert, ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und lasse es so stehen.

Nun baue ich die das Uhrwerk fertig und setze die Teile des Chronographen zusammen.

 Nun kommt die Zifferblattseite des Uhrwerks dran.

Die Zeiger waren sehr schlimm beieinander. Ich habe die alte Leuchtmasse entfernt und die Zeiger leicht poliert. Danach habe ich sie neu vergoldet, damit sie wieder schön aussehen.

Neue Leuchtmasse und trocknen lassen.

Neues Kroko Armband sollte die schöne Uhr noch schöner machen :-)

Das Uhrwerk kommt in das Gehäuse rein.

Der Gehäusedeckel wird wieder verschraubt, nachedem er mit einer neuen Dichtung ausgestattet wurde.

Nun ist die schöne Uhr zusammengebaut und sieht enfach fantastisch aus :-)

Wie immer ist die Arbeit an solchen Chronographen sehr aufwendig. Ersatzteile sind kaum oder sehr teuer zu bekommen. Daher muss man vorsichtig und entsprechend langsam arbeiten.

Eine wirklich wunderschöne Uhr :-)