Heute geht es um die Revision einer IWC GST Chrono Rattrapante (franz für Schleppzeiger) mit IWC Kaliber 79230 auf Basis des Valjoux Kalibers 7750. Das Uhrwerk ist wunderschön dekoriert und in vielen Details gegenüber dem Basiskaliber modifiziert. Der Gesamtzustand der Uhr ist als bescheiden einzustufen. Gehäuse und Armband sind sehr stark beansprucht. Sehen wir uns einige Bilder an, damit wir einen Eindruck über den Zustand bekommen.

Neben den vielen Kratzern ist die Uhr auch verschmutzt.

In diesem Teil werde ich das Gehäuse und das Armband komplett reinigen und auffrischen. Die Auffrischung wird sehr leicht ausfallen, da im Großen und Ganzen die Uhr gebraucht ist und sie weiterhin gebraucht bleiben bzw. aussehen soll. Heißt, der Character soll erhalten bleiben.

Ich beginne damit, das 3-teilige Gehäuse aufzuschrauben. Als erstes wird der Gehäuseboden aufgeschraubt.

Danach entferne ich die Lünette.

Danach die Zeiger.

Automatikrotor wird entfernt.

Nun werden die Befestigungen des Uhrwerks…

… und das Uhrwerk selbst aus dem Gehäuse entfernt.

Zifferblatt wird – wie immer – mit Seidenpapier umwickelt, damit ja nichts passiert.

Endlich kann ich Gehäuse und Armband entsprechend bearbeiten. Ich beginne damit, das Armband zu zerlegen. Das Armband besteht aus Einzelelementen, die sich zerlegen lassen. Damit ich die Teile wieder zusammenfinde, mache ich mir entsprechend Notizen und Bilder, die mir später helfen sollen, alles in der richtigen Reihenfolge zusammenzusetzen.

Leider gelingt es mir nicht auf Anhieb, das gesamte Armband zu zerlegen, da dieser sehr stark verschmutzt und verklebt ist. Ich beginne, die Teile im Ultraschallgerät zu reinigen.

Nach 10 Minuten im Ultraschall war die Reinigungslösung schon schwarz.

Die Reinigung im Ultraschall habe ich mehrfach durchgeführt, bis mir endlich gelungen ist, alle Teile entsprechend zu zerlegen.

Die Drücker des Chronographen sind durch Schmutz dermaßen verklebt,dass sie, wenn man sie betätigt hat, nicht mehr von selbst zurückspringen.

Nach der Reinigung sieht es schon besser aus.

Die Mittelteile des Armbands sind poliert. Die restlichen Teile sind satiniert. Ich habe lange daran getüftelt, bis mir eine praktische Lösung eingefallen ist, wie ich einen geraden Strich für die Satinierung hinbekomme. Die Einzelteile sind so klein, dass ich fürchtete, dass sie mir um die Ohren fliegen, wenn ich sie bearbeite. Die polierten Mittelteile habe ich händisch und einzeln poliert. Und ja, es war zeitaufwendig, sehr zeitaufwendig ;-)

Die Lösung für die Satinierung war ein doppelseitiges Klebeband und zwei Kaplasteine :-)

Die Satinierung am Motor.

Nachdem alle Teile entsprechend poliert/satiniert worden sind, beginne ich, das Armband zusammenzusetzen, wobei mir das Bild, welches ich zuvor aufgenommen habe, als Orientierung und Vorlage dient.

Uff… eine Seite ist geschafft. Nun mache ich die andere Seite fertig. Man sieht anhand des Bildes auch richtig den Unterschied vorher und nachher.

Das 3D-Puzzle ist nun zusammengesetzt und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Ich poliere die Drücker des Chronographen händische.

Das Gehäuse setze ich ebenfalls entsprechend zusammen. Natürlich wurden alle Dichtungen entsprechend ersetzt und mit Silikon gefettet. Das Gehäuse wurde nur gereinigt und minimal überarbeitet.

Gehäuseboden bleibt ebenfalls unbehandelt, da nicht erforderlich. Als letztes wird die Lünette poliert.

Nun sind alle Teile aufgefrischt und warten nur mehr auf das Uhrwerk. Im zweiten Teil revidiere ich das Uhrwerk und baue die Uhr zusammen. Wird sehr spannend werden, da nicht nur Chronograph, sondern auch Schleppzeiger-Mechanismus.