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Es geht um eine IWC Schaffhausen Flieger Chronograph mit einem aus dem Hause IWC veredelten Uhrwerk Kaliber C.7922. Basis des Kalibers ist ein ETA Valjoux 7750. Die Modifikationen, die ich feststellen konnte, beziehen sich auf das Reguliersystem, wie wir später sehen werden.

Der Besitzer hatte die Uhr seit über 20 Jahren, und sie war niemals beim Service. Das wird spannend werden ;-) Sehen wir uns einmal den Gesamtzustand an.

Auf der Zeitwaage sehen die Werte relativ plausibel aus. Die Uhr geht -7 S/d (Sekunden/per Tag).IMG_0085

Halten wir den optischen Gesamtzustand mal fest.IMG_5252 IMG_5254 IMG_5255 IMG_5256 IMG_5257 IMG_5258 IMG_5259 IMG_5260 IMG_5261 IMG_5262 IMG_5263 IMG_5264

Wie man an den oberen Bildern sieht, ist das Gehäuse ziemlich mitgenommen. Kratzer, Dellen, die auf harte Schläge schließen lassen.

Der Besitzer der Uhr möchte, dass neben der Revision des Uhrwerks das Gehäuse ebenfalls auf Hochglanz gebracht wird. Bei den tiefen Kratzern wird es spannend werden, alles zu eliminieren.

Ich öffne das Gehäuse, um festzustellen, was mich erwartet.IMG_5269Unter dem Deckel befindet sich ein zweiter Deckel, der das Uhrwerk gegen magnetische Einflüsse schützt.IMG_5270

Der Anblick des Uhrwerks ist sehr schön. Es ist vergoldet. Alle Brücken sind perliert. Der Router ist mit Genfer Streifen versehen. Wirklich sehr schön gemacht :-) schade, dass es versteckt ist. Für eine Fliegeruhr gehört meiner Meinung nach ein massiver Gehäuseboden und Magnetschutz. Die massive Ausführung des Gehäuses insgesamt ist beeindruckend. Da hat IWC ganze Arbeit geleistet.

Sorgen macht mir der feine schwarze Staub auf dem Uhrwerk. Das deutet auf Trockenlauf und Abrieb hin. Leider lässt sich dieser Staub nicht wirklich am Bild festhalten. Darüber hinaus läuft der Chronograph, wenn man ihn startet, nur einige Zeit, dann stoppt er. Die Uhr läuft jedoch weiter.IMG_5272 IMG_5276 IMG_5273

Ich beginne mit dem Zerlegen der Uhr. Ich möchte zuerst das Gehäuse bearbeiten und danach mit der Revision des Uhrwerks beginnen.
IMG_5277IMG_5279Ich entferne die Dichtung vom Gehäuseboden. Ich frage mich beim Anblick des Gehäusebodens, wie man diesen so vernuddeln kann :-)
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Ich entferne nun das Uhrwerk vom Gehäuse.IMG_5327

Ich stelle fest, dass der Stein, der das Sekundenrad des Chronographen hält, brüchig ist. Darüber hinaus löst sich die Rotorachse von der Automatikbrücke. Normalerweise ist diese fest vernietet.
IMG_5605Kein gutes Zeichen! Das deutet auf einen massiven Schlag in der Vergangenheit hin. Kann auch den Stillstand des Chronographen erklären, da der Lauf asymmetrisch sein kann.

Soweit alles klar… ich habe das Uhrwerk aus dem Gehäuse entfernt.IMG_5330

Das Uhrwerk wird von einem so massiven und schweren Haltering gehalten, das es fast unglaublich ist.
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Das Gehäuse.IMG_5334

Fassen wir, was vorliegt, zusammen.

  • Die Uhr selbst war noch über 20 Jahre lang nie bei einer Revision.
  • Das Gehäuse extrem stark beansprucht und wird in Folge weitest möglich wiederhergestellt.
  • Die Werte auf der Zeitwaage sind nicht wirklich gut.
  • Der Abriebstaub auf Uhrwerk macht mir mehr Sorgen. Das kann in viel Arbeit ausarten, und wir wollen die Kosten in Grenzen halten.

Im Teil 2 möchte ich das Gehäuse soweit überarbeiten, so dass es wieder im neuen Glanz erstrahlt.