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Im dritten Teil behandle ich das Uhrwerk. Ich werde es komplett zerlegen, alle Teile inspizieren und in Folge zusammensetzen. Sind die Arbeiten am Werk abgeschlossen,  baue ich die Uhr zusammen.

Ich beginne mit dem Zerlegen des Uhrwerks.IMG_1702 IMG_1705 IMG_1708

Alle Teile, die sich unter dem Zifferblatt befinden, sind nun entfernt.IMG_1712

Nun wird die andere Seite des Werkes ebenfalls zerlegt.IMG_1713

Der Mechanismus des Chronographen ist nun entfernt.IMG_1715

In der Aufbewahrungsbox haben sich bereits viele Teile gesammelt.IMG_1719

Weiter geht es mit den Teilen des Uhrwerkes.IMG_1735 IMG_1737 IMG_1775Bei der Begutachtung aller Teile habe ich Mängel festgestellt. Alle Zapfen des Gehwerks sind verschlissen und haben Rillen. Sind lange trocken gelaufen. Das erklärt den Abrieb und Staub im Werk.IMG_5588

Das Chronografenrad für die Zentralsekunde zeigt ebenfalls Verschleißerscheinungen. Es ist weiters verbogen.

Darüber hinaus eiert die Spirale und läuft unrund. Ich vermute, dass einer der vielen Schläge, die diese Uhr einstecken müsste, dafür verantwortlich war, dass sich das Spiralklötzchen verbogen hat.

Im Zuge der Arbeiten habe ich habe kontrolliert und entsprechend gerichtet.IMG_5572

Weiters habe ich festgestellt, dass sich beim Anker ein Ankerstein gelockert hat und etwas schief ist. Ich werde einen neuen Anker bestellen. Auch sitzt der Stein in der Ankerbrücke nicht mehr korrekt. Theoretisch sind beide Teile zu reparieren, jedoch werde ich sie durch neue ersetzen müssen, um die Fehlerquellen zu minimieren.

Nicht genug der Probleme. Das Federhaus ist so lange trocken gelaufen, dass die äußere Wand völlig abgeschliffen ist. Ich werde ein komplettes Federhaus bestellen.

So viele Teile erforderlich… das ist schon extrem. Ich hoffe, dass mich keine weiteren Überraschungen erwarten ;-)

Die Teile sind angekommen. Eine Menge :-))IMG_5580

Noch mehr Teile :-)IMG_5681

Alles ist nun gereinigt. Ich beginne mit dem Zusammenbau der Uhr.IMG_5559 IMG_5562

Das Gehwerk ist schon zusammen. Nun kommen die Teile des Chornographen dran.IMG_5565

Die Automatikbrücke hat ein Problem. Das Rohr, an dem Roter später montiert wird, sitzt locker. Die ganze Brücke zu ersetzen, ist grundsätzlich möglich, jedoch wird das Gesamtbild zerstört, da man es nicht in dieser Fertigung bekommt. Das kann nur bei IWC ersetzt werden, da sie die Brücken in dieser Fertigung haben.

Dieser Defekt muss ich noch behandeln. Dazu habe ich eine neuen Rotorachse bestellt… IMG_5604

…und habe sie entsprechend vernietet.IMG_5687IMG_5689

Die Automatikbrücke ist nun an Ort und Stelle :-) IMG_5568Zwischendurch teste ich immer wieder die Werte des Uhrwerkes und habe einige male Korrekturen vorgenommen, damit sie wieder passen. Sehr viel Zeit habe ich damit verbracht, die Gangwerte wieder zu richten.

Nun gebe ich das Uhrwerk vor dem finalen Zusammenbau auf die Zeitwaage, um einen Langzeittest durchzuführen.IMG_5609

Der Test läuft über Nacht. Nach 12 Stunden und 44 Minuten sieht das Bild fantastisch aus. Die Gangwerte sind extrem stabil und damit sehr erfreulich.IMG_5608

Nach Abschluss des Testes hat sich an den Gangwerten nicht viel geändert. Das Uhrwerk läuft stabil und es gibt keine Beanstandungen.IMG_5617 IMG_5618

Ich setze nun die Zifferblattseite des Uhrwerks zusammen.IMG_5619 IMG_5623

Das Zifferblatt wird aus dem Seidenpapier ausgepackt…IMG_5624 …und gesetzt.IMG_5625

Nun setze ich die Zeiger.IMG_5628 IMG_5629 IMG_5633

Ab ins Gehäuse :-)IMG_5637 IMG_5638

Das übliche Silikon für die Dichtung.IMG_5641

Ich verschließe das Gehäuse.IMG_5702

Nun ist die Schönheit fertig :-)IMG_5655 IMG_5657

Zusammenfassend war das eine sehr schöne Arbeit. Die erforderliche Zeit für alle Arbeiten liegt bei ca. 30 Stunden. Intensive Fehlersuche, Arbeiten am Gehäuse etc, das Ergebnis entschädigt jedoch. Werden Service-Intervalle nicht eingehalten, so kann eine massive Abnutzung – wie in diesem Fall – die Folge sein. Sofern jedoch Ersatzteile lieferbar sind,  können diese bei Abnutzung ersetzt werden.

Problematisch ist es, wenn die Teile nicht mehr beschafft werden können, was ja in dem Fall nicht war. Die Arbeit war für mich sehr interessant, da viel zu tun war. Mal was anders als 08 15 Service ;-))