Ulysse Nardin und die zweijährige Entstehungsgeschichte, Teil 1/3

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Alles begann damit, als ich am 24. Juli 2012, 9:27 Uhr diesen Zeiger auf Papier zeichnete.

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Keine Ahnung wie es dazu kam, ich hatte einfach die Vision. Es kann sein, dass ich diesen Zeiger schon irgendwo gesehen hatte, ich weiss aber nicht, wo. Sei wie es sei, es gab nun diese Zeichnung von diesem Zeiger, der eigentlich nicht schlecht aussah und schon eine Uhr zieren sollte.

Danach begann ich, herumzuzeichnen, um ein Gesamtbild zu bekommen, wobei es etwas ganz Außergewöhnliches sein sollte, eine Uhr, die absolut niemand außer mir hat, ein absolutes Unikat :-) … und so begann ich, einige Skizzen anzufertigen.

Entwurf mit Datum… hier tauchte schon die Idee von den Schliffen auf dem Zifferblatt auf…

Die Gedanken überholten sich ganz einfach, zu viele Ideen auf einmal, Farbe des ZB, mit Datum, ohne Datum, mit Schliffen, … doch ohne Schliffe, klassische Gehäuse aus Edelstahl, oder doch etwas in Gold… Fragen über Fragen und kaum Antworten…

… tagelang ging es so weiter… noch eine Zeichnung da, und eine andere Idee dort… und so reifte die Idee dieser außergewöhnlichen Uhr nach und nach. Ich hatte jetzt ein Bild vor Augen, aber noch kein Uhrwerk, und diesmal sollte es bestimmt kein ETA- oder Unitas-Uhrwerk werden. Durchmesser des Gehäuses sollte 42mm nicht überschreiten, somit waren viele Uhrwerke aus der Taschenuhrenwelt ausgeschieden. Monate später war noch immer kein Uhrwerk gefunden, der nicht sehr groß und nicht sehr hoch ist, und besonders schön wäre.

Warte mal, da war was,… denk nach, denk nach, grübel… es war doch da so ein Uhrwerk, welches mir ein Herr überlassen hat… ich weiß, es hat wie die Sau ausgesehen, und, ob es ging weiß ich auch nicht. Ich startete mit der Suche und fand es… super, schnell messen, Höhe, Durchmesser, tipp, tipp, rechn, rechn… uff… sieht nicht schlecht aus… sieht aus, als ob ein Uhrwerk gefunden wurde. Es ist ein Ulysse-Nardin-Taschenuhrwerk, welches so klein ist, dass es in ein Armbandgehäuse mit Modifikationen passen könnte. Das Uhrwerk scheint versilbert zu sein, weil es dunkel angelaufen ist.

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Das Uhrwerk wird aufgezogen um einen ersten Eindruck zu bekommen. Gehen tut es… die Werte sind sehr stark optimierungsbedürftig. Wird später behandelt. IMG_3745

Das Zifferblatt befindet sich in einwandfreiem Zustand. Wird aber nicht zur Anwendung kommen, weil zu groß, eben aus einer Taschenuhr stammend.

Ich habe das Uhrwerk komplett zerlegt, damit ich es reinigen kann. Danach prüfe ich, ob alle Teile vorhanden und nicht beschädigt sind. Ich habe, wie man im Bild erkennen kann, gleich Perlierungen auf die Platine angebracht. Weiters habe ich das Federhaus mit Perlagen versehen. Die Brücken lasse ich unbehandelt, da vorläufig kein Idee ;-)IMG_0522

Eine Schraube ist abgebrochen. Das sollte aber kein Problem darstellen, sie wird wieder hergestellt. Ich messe sie ab, damit sie entsprechend gedreht werden kann.IMG_0642

An und für sich bin ich vom Uhrwerk begeistert, es ist aber extrem flach, und das könnte später Probleme verursachen. Aktuell sehe ich aber keine, nur eine Vorahnung habe ich. Ich habe im Laufe der Jahre so einiges mitgemacht mit den flachen Uhrwerken… wie gesagt, aktuell sehe ich keine Probleme.

Das Uhrwerk reinige ich in Folge und stelle fest, dass es im Großen und Ganzen in Ordnung ist. O.a. Schraube muss wieder hergestellt werden und die zweiteilige Aufzugsfeder muss geprüft werden, ob sie einwandfrei Energie liefert.

Fassen wir zusammen, was das Projekt darstellen wird:

  • Eine außergewöhnliche Uhr und ein Unikat.
  • Es soll ein ganz besonderes Uhrwerk verwendet werden. Uhrwerk ist bereits gefunden :-)
  • Die Uhr soll ein einmaliges Zifferblatt bekommen. Die Idee ist: das ZB soll silberfarben sein, glänzen wie ein Spiegel und mit Schliffen versehen sein, die aus der kleinen Sekunde, die bei 9-Uhr ist, wie eine Sonne strahlen.
  • Corpus Delicti… :-)) die Zeiger soll die Uhr bekommen, die das ganze Projekt initiiert hatten.
  • Das Gehäuse soll aus Edelstahl sein, 42mm einhalten bzw. nicht überschreiten.
  • Die Funktion des Uhrwerks sicherstellen.
  • Das Uhrwerk soll auch verziert werden… Gravuren, Genferstreifen, Perlierungen oder sonstige Dekorationselemente.
  • Das Uhrwerk wird galvanisch behandelt. Ob, vergoldet, rhodiniert oder vernickelt, werde ich im Laufe des Projektes entscheiden.
  • Die Schrauben sollen gebläut werden.
  • Milanaise Armband in hochwertigster Ausführung.

Die Arbeiten an das Uhrwerk übernehme ich selbst, Zifferblatt, Gehäuse und Zeiger lasse ich entsprechend anfertigen.

Hier noch einige Bilder, um den Gesamtzustand des Uhrwerkes gleich am Anfang festzuhalten.

Alle Brücken und Teile unmittelbar nach der Perlage.IMG_0519 IMG_0518 IMG_0516

Die Brücken, sehen sehr schön aus. Ich werde die Kanten auf Hochglanz polieren. Die bereits angelierten Kanten werden ebenfalls auf Hochglanz poliert.
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Mit einem Holzstäbchen poliere ich die Kanten händisch. Eine sehr aufwendige und zeitintensive Arbeit.
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Die Platine gleich nach der Perlage.IMG_0513

Somit sollten alle Parameter für die weitere Arbeit festgelegt sein, und das Vorhaben startete.

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